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Gerade junge ledige, gut verdienende Arbeitnehmer haben oft ein massives Interesse daran, privat krankenversichert zu sein, weil die Prämien niedriger und die Leistungen besser sind. Bei einem Arbeitgeberwechsel möchten solche Mitarbeiter deshalb meist den neuen Arbeitgeber von ihrer Versicherungsfreiheit in der Gesetzlichen überzeugen.

Das Problem: Da der Gesetzgeber in den letzten Jahren den Zugang zur privaten Krankenversicherung immer weiter erschwert hat, ist es mittlerweile eine Wissenschaft für sich, die Versicherungsfreiheit eines Arbeitnehmers in der gesetzlichen Krankenkasse rechtssicher zu beurteilen.

Haftungsfalle für Sie: Wenn Sie aufgrund falscher Beurteilung der Rechtslage (versicherungsfrei – ja oder nein?) keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für einen Arbeitnehmer abführen und dies erst Jahre später bei einer Prüfung festgestellt wird, haben Sie ein Problem. Sie müssen dann die Beiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) für Jahre rückwirkend nachzahlen. Bei 400 Euro im Monat sind das in vier Jahren z. B. fast 20.000 Euro Nachzahlung. Der Hinweis wird Ihnen nichts nutzen, dass Sie doch all die Jahre Prämien zur privaten Krankenversicherung bezahlt hätten.

Weiteres nutzloses Argument: Dass die gesetzliche Krankenversicherung in all den Jahren niemals einen Cent an Leistungen erbringen musste, weil ja alles die private Krankenversicherung übernommen hat.

So machen Sie es auf die sichere Methode: Lassen Sie sich bei neuen Mitarbeitern eine schriftliche Bestätigung der gesetzlichen Krankenversicherung geben, worin diese die Versicherungsfreiheit des betreffenden Mitarbeiters bestätigt (sog. Statusfeststellungsverfahren). Des Weiteren sollten Sie – neben der gesetzlich vorgeschriebenen Anmeldung zur Sozialversicherung – eine ausdrückliche schriftliche Bestätigung nachfordern, wonach die Versicherungsfreiheit immer noch fortbesteht.

Fazit: Arbeitnehmer nicht bei der gesetzlichen Krankenversicherung anzumelden, birgt ein Haftungsrisiko für Sie. Verlassen Sie sich daher nicht auf Beteuerungen neuer Mitarbeiter, sondern gehen Sie auf Nummer Sicher.

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